Sommerakademie Wismar 2003 Klasse "Räume für die Sinne" Räume für die Sinne am alten Hafen in Wismar - Gruppe Martina Nadansky
BR /> Aus der Ankündigung: Die Klasse "Räume für die Sinne" von Martina Nadansky, Architektin und Künstlerin aus Berlin, beschäftigt sich im Zwischenbereich von Kunst und Architektur mit dem Raum und seiner Wahrnehmung über die Sinne und wird erste Arbeitsergebnisse als "work in progress" vorstellen. Anhand von typologisch extremen und besonderen Raumsituationen, die aus der Natur,der Biologie, der Psychologie, der Architektur und des Städtebaus kommen, werden im workshop die Elemente, die bestimmte Raumatmosphären ausmachen, dh. die Wirkung von Proportion, Licht, Farbe, Material, Konstruktion usw. untersucht. Die Ausstellung dokumentiert diesen Arbeitsprozess in Form von experimentellen Modellen, Collagen und Zeichnungen.
In den weiteren 2 Wochen der Sommerakademie werden diese Untersuchungen zu komplexen Rauminstallationen führen und in einer Abschlußveranstaltung am Freitag, den 15. August 2003 von 17:00-19:30 in der Galerie im Baumhaus präsentiert. Während der gesamten Zeit wird die Klasse in den Räumen der Galerie arbeiten und so den Arbeitsprozeß selbst als Teil der Installation integrieren.
Ergebnisse
mythos - aura - tabu/Martina Nadansky
orakel/ Martina Nadansky Eine Schale mit Wasser - vielfältige Assoziationen tauchen auf: Opferschale, Orakel, Taufbecken. Auch praktischer Nutzen: Hunde trinken, Kinder begreifen, man wäscht sich Hände und Füße, testet die Temperatur und wundert sich über den Inhalt der Schale. Zwei Wochen haben wir die Reaktionen festgehalten und stellen sie hier dokumentarsich aus.
Farbdusche/ Martina Nadansky Eintauchen in Farbe, Energie tanken, Sinne aufladen, rotbaden im sterilen weißen Raum ... Kontraste ...
Linie - Körper - Farbe/Astrid Hensler
Hummelchen/ Malte Sodmann Das zweite Leben einer Laugenpumpe vom Schrottplatz - als Hummelchen
Sinnesapotheke
/Astrid Hensler
Hummelflug oder Der Traum vom Fliegen/ Margit Geist "Wohl nichts hat die Menschheit über die Zeit so fasziniert wie die Idee, vogelgleich zu Fliegen. Viele haben es probiert und sind gescheitert, von Ikarus bis Otto Lilienthal. Auch die Moderne Wissenschaft und Technik ließ dem Menschen keine Flügel wachsen, aber ein tierisches Beispiel macht Mut, es weiter zu versuchen: Die Hummel kann nach physikalischen Erkenntnissen genauso wenig fliegen wie der Mensch, aber sie fliegt trotzdem. Die Kunst ist im Verhältnis zum Leben immer ein Trotzdem."
Loreley/ Astrid Hensler
Hyperhidrosis Pedum oder Geruchsknospen/ Margit Geist "In unserer heutigen Gesellschaft erreichen uns 80% unserer sensorischen Informationen über das Auge. Das visuelle System dominiert also alle unsere anderen Sinnesrezeptoren. In einer zunehmend anonymen Gesellschaft bleibt der Mensch vielfach auf Abstand zu seinem Umfeld, so dass unser Tast- und unser Geruchssinn immer seltener zum Einsatz kommen. Dieses Objekt spricht gezielt die beiden zuletzt genannten Sinne an. Es will befühlt und berochen werden. Vor allem aber will es dazu animieren, dass man seine Umwelt wieder besser "begreift" und seiner Nase öfter mal die Chance gibt, den richtigen Riecher zu haben."
Sonnenzeichen/ Astrid Hensler Die Sonne malt ihre Spuren auf den Boden. So wird die Zeit sichtbar, das Immaterielle lesbar. Die Veränderung ist Teil der Installation.
Der Kunstshop/Malte Sodmann und die Gruppe Der Kunstshopentstand als Idee der Kontaktaufnahme mit den vielen Hafenbesuchern. Bei geöffnetem Fenster haben wir kleine Kunstobjekte verkauft, die direkt hier entstanden sind. Unser jüngster Teilnehmer, Malte Sodmann (12), hat dabei die Rolle des Kioskbesitzers übernommen. Viele der Gespräche haben wir aufgezeichnet, sie waren in der Ausstellung vom Band zu hören.
Die Sinnes-Schaltzentrale In diesem Raum haben wir drei Wochen gearbeitet. Unsere Gedankensplitter und -fragmente haben wir, für alle sichtbar, gesammelt; so konnte jeder an den Ideen der anderen teilhaben - laut Denken ! Konzepte konnten gemeinsam weiterentwickelt werden. Von hier aus erfolgte die Planung der gesamten Ausstellung. |  |