Eingeladener Realisierungswettbewerb Nachbarschaftszentrum „Kiezspinne“, Berlin, 3. Preis

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Programm Nachbarschaftszentrum
Standort Berlin Lichtenberg
Auftraggeber Bezirksamt Lichtenberg
Baujahr 2003
Projektteam Mitarbeit j+n Architekten: Dipl.-Ing. (FH) Stefan Matzke
Energieplanung InnovaTec Energiesysteme GmbH, Dipl. Ing. Jochen Otte

Projektbeschreibung

Idee und Konzept für die Kiezspinne
Die vielfältigen kulturellen Kräfte der Umgebung kommen an dem Ort zusammen und werden durch die Gebäudehülle lokalisiert. Einzelne Initiativen werden durch eine Baukörperfamilie materialisiert, welche sich nach INNEN zur Foyerfläche hin abzeichnet in Form gestalteter Fassaden. Es lassen sich drei Gruppen herausbilden: AKTION, BERATUNG und SERVICE. Die alles umfassende Hülle ist vorwiegend transparent, ermöglicht Einblicke zu allen Tageszeiten, aus allen Richtungen, visuelle Momentaufnahmen und Interaktion. Die Sichtbarmachung der aus dem Kiez einwirkenden Aktivität erinnert an ein umgestülptes Haus, das Innere und das Äußere treten in eine spannende Wechselbeziehung.

Soziale Aspekte
Der zweigeschossige Baukörper versucht, durch eine Ästhetisierung der Innen-/ Außen-Interaktion „repräsentativ“ zu sein. Auch für Bewohner, die nicht Mitglieder einer aktiven Gruppe sind, besteht die Möglichkeit der Identifikation. Fassaden und Grundrisse sind offen und nicht hierarchisch.

Energie, Ökologie (low-tech-Gebäude)
Das Energiekonzept wurde unter der Prämisse niedrige Betriebskosten bei ausgezeichnetem Raumklima entwickelt. Die Schaffung einer wärmeoptimierten und kompakten Gebäudehülle ist Grundvoraussetzung einer hohen Effizienz. Die opaken Fassaden sind hoch wärmegedämmt. Die transparenten Fassaden sind isolierverglast und ermöglichen eine intensive Nutzung solarer Wärme. Alle Räume innerhalb der Hülle sind temperiert.

Das Foyer dient als Frischluftpuffer für die angrenzenden Nutzungsbereiche, es wird über einen Erdwärmetauscher und ein Luftheizregister im Winter beheizt, im Sommer mittels thermischem Auftrieb bei Frischluftnachfuhr aus dem Erdwärmetauscher gekühlt. Aktiver Sonnenschutz erfolgt über vorhandene und neue Bäume, starre außenliegende Lamellen und sensor- sowie manuell gesteuerte Vorhänge im Saal/ Gymnastik. Die sommerliche Kühlung des Gebäudes kann durch Nachtlüftung gesteigert werden. In Kombination mit dem Erdwärmetauscher ergibt sich eine weitgehend solar versorgte Gebäudehülle („Klimahülle“).

Der ermittelte Heizwärmebedarf liegt aufgrund der hohen solaren Gewinne ca. bei 27 kWh/m²a. Die Restwärmeversorgung erfolgt über das öffentliche Fernwärmenetz. Das Gebäude wird in dieser Konzeption die 3-Liter-Haus- Grenze unterschreiten.